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TOFAM-Projektleiter Karsten Sander © Matchbird

„Uns geht es um Transparenz und Inspiration“

11.03.2019 - 11:15 UHR

 

DÜSSELDORF Die Arbeit am TOFAM-Ranking für das Geschäftsjahr 2017 ist nahezu abgeschlossen. Projektleiter Karsten Sander erläutert im Interview die Wichtigkeit des Rankings für die deutschen Top-Familienunternehmen und gibt einen Einblick in die akribische Arbeit des TOFAM-Teams.


Herr Sander, Sie sind beim Düsseldorfer Business-Kontaktdienstleister Matchbird als Projektleiter für die Special-Interest-Website „top-familybusiness.com“ verantwortlich. Worum geht es dabei?

Über Matchbird haben Familienunternehmen die Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten. Daraus entstehen in der Regel Innovations-Kooperationen oder Internationalisierungs-Projekte. Mit „top-familiybusiness.com“ wollen wir eine Plattform rein für Familienunternehmen schaffen und dort wichtige und interessante Informationen bündeln. Wir versuchen dort aktuelle und gut recherchierte Fakten, Daten und Hintergründe über Firmen zu publizieren, die unserer Definition von Familienunternehmen entsprechen. Der Fokus liegt dabei nicht auf einzelnen Branchen, sondern auf Themen, die in der Zukunft für Familienunternehmen relevant sein können.


Welches Ziel verfolgen Sie damit? 

Unserer Redaktion geht es um Transparenz und Inspiration. Um einen guten Überblick über die deutschen Familienunternehmen zu schaffen, haben wir ein Vergleichsranking der umsatzstärksten Familienunternehmen erarbeitet. Wir bündeln damit gut 900 unterschiedliche Firmen, die direkt oder indirekt von Menschen gelenkt und kontrolliert werden, die einen gemeinsamen familiären Hintergrund teilen. Zusätzlich können wir aus dem Ranking wertvolle Entwicklungen ablesen und Zukunftstendenzen ableiten.


Nicht alle Unternehmen legen ihre Zahlen gerne offen, wie erarbeitet man ein solches Ranking?

Unter den großen Familienunternehmen gibt es immer noch Vertreter, die es mit der Diskretion übertreiben und sogar Basisinformationen verschleiern. Das hilft nur eins: Recherchieren, recherchieren, recherchieren. In dem Bereich haben wir uns in den letzten Jahren zu echten Profis entwickelt.


„top-familybusiness.com“ wird in enger Zusammenarbeit mit PwC umgesetzt. Wie funktioniert das organisatorisch?

Matchbird ist ein 2014 gegründeter und neuartiger Business-Kontaktdienstleister. Wir sind ein Start-up mit einer journalistischen Vergangenheit. Uns war sofort klar, dass wir einen starken Partner brauchen, um überhaupt ein relevantes Wissensportal etablieren zu können. Peter Englisch leitet den Bereich Familienunternehmen bei PwC und gehört in Deutschland zu den führenden Experten. Er hat für PwC, den größten Wirtschaftsprüfer des Landes, eine weitere starke Beratungseinheit für Familienunternehmen aufgebaut. Wir konnten ihn für eine weitreichende Kooperation gewinnen und arbeiten gemeinsam an einer nachhaltigen Kompetenzplattform.


Wie muss man sich die Arbeitsteilung konkret vorstellen?

Wir sind für die Recherche der Daten zuständig und werden zukünftig diverse Themenschwerpunkte unabhängig und journalistisch aufbereiten. PwC will - und vor allem kann - Familienunternehmen besser machen und hat entsprechende Lösungen erarbeitet. Über „top-familybusiness.com“ können die Nutzer direkt an unternehmensstrategischen Erkenntnissen von PwC partizipieren.


Im Jahr 2017 setzten deutsche Top-Familienunternehmen zusammen mehr als 1,7 Billionen Euro um, das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Italien ...

Ich denke, es ist heute allgemeiner Konsens, dass Familienunternehmen das Rückgrat einer jeden Volkswirtschaft bilden. Sie schaffen kontinuierlich Arbeitsplätze, stabilisieren die Wirtschaft, engagieren sich für ihre Region und die Gesellschaft und erfinden sich dabei oft immer wieder neu. Zuletzt haben vor allem die großen Familienunternehmen durch ihre Flexibilität und Standhaftigkeit ihre absolute Wichtigkeit für zentraleuropäische Volkswirtschaft unter Beweis gestellt. Gerade den großen Familienunternehmen ist es zu verdanken, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz besser durch die letzte große Wirtschaftkrise gekommen sind als andere Länder.


Das Thema Zukunft ist in der Wirtschaft allgegenwärtig. Wie sieht denn die Zukunft von „top-familybusiness.com“ aus?

Wir sind uns sicher, dass die Zukunft den Special-Interest-Portalen gehört. Wir wollen unsere Kommunikationsmöglichkeiten weiter ausbauen und dabei trotzdem nicht an Qualität einbüßen.


Neben einer der Auseinandersetzung mit künftigen Aufgaben arbeiten viele Unternehmen daran sich global zu vernetzen. Wie international muss ein Top-Familienunternehmen heute denken?

Sehr. In jedem Land der Welt finden sich Standorte deutscher Familienunternehmen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, arbeiten wir neben unserem nationalen Angebot zusätzlich an einer internationalen Version der „top-familybusiness.com“. In den kommenden Monaten bauen wir daher ein übergeordnetes Portal in englischer Sprache auf, um große Familienunternehmen aus unterschiedlichen Ländern in einer Übersicht zusammenzubringen. Auch hier soll es um die Beschaffung vergleichsfähiger Fakten, um die Präsentation interessanter Unternehmensgeschichten, um Nachrichten und Hintergründe gehen. Je internationaler wir werden, umso stärker können wir auch den Vernetzungsgedanken unterstreichen.