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Modehändler AWG ist insolvent

Die nächste Pleite

28.01.2019 - 22:30 UHR

Von Michael Kranz

KÖNGEN Die Textilhandelskette AWG hat beim Amtsgericht Esslingen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Firmenchef Albrecht Maier begründete den Schritt mit einem historisch warmen Herbst, der das Geschäft massiv belastet habe. Zudem sei man auch wegen des zunehmenden Onlinehandels immer weiter unter Druck geraten. Im Vorfeld des Insolvenzantrags hatte die AWG bereits zehn Filialen geschlossen. Wieviele der verbliebenen knapp 290 Geschäfte in Deutschland die Restrukturierung überstehen ist fraglich. Mit rund 2900 Mitarbeitern gehörte das 1969 gegründete Familienunternehmen zu den größten Textilhändlern der Republik. Der Geschäftsbetrieb der AWG gehe trotz des eingeleiteten Verfahrens ohne Einschränkungen weiter, betonte Rechtsanwalt Martin Mucha aus dem Stuttgarter Büro der Kanzlei Grub Brugger. Der Sanierungsexperte ist für die Dauer des Verfahrens als Generalbevollmächtigter im Unternehmen tätig. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis Ende April gesichert. „Das verschafft uns Luft, um in den nächsten drei Monaten die Restrukturierung und die Sanierung der AWG voranzutreiben“, so Mucha. Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen des 67-jährigen AWG-Geschäftsführers Albrecht Maier.

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