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Henkel will mehr investieren

Währungsturbulenzen fressen Umsatzzuwachs

23.01.2019 - 20:49 UHR

Von Michael Kranz

DÜSSELDORF Der Konsumgüterriese Henkel hat im vergangenen Geschäftsjahr Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Nach vorläufigen Zahlen sanken die Einnahmen von 20 Milliarden Euro auf 19,9 Milliarden Euro. Schuld daran waren ungünstige Währungskursentwicklungen. Sie verminderten den Umsatz um rund 1,1 Milliarde Euro. Ohne die negativen Wechselkurseffekte und ohne umsatzrelevante Akquisitionen und De-Investments wären die Zahlen um 2,4 Prozent höher ausgefallen. Während die Klebstoffsparte ein organisches Umsatzwachstum von 4 Prozent erzielte und der Bereich Laundry & Home Care um 1,9 Prozent wuchs, erwirtschaftete die wichtige Sparte Beauty Care ein Minus von 0,7 Prozent. Das vorläufige bereinigte betriebliche Ergebnis verbesserte sich um ein Prozent auf etwa 3,5 Milliarden Euro. Henkel-CEO Hans van Bylen vermeldete bei der Bekanntgabe der Zahlen ein umfassendes Investitionsprogramm. „Wir werden unsere Positionen weiter ausbauen, in dem wir die Einführung neuer Marken und Innovationen beschleunigen, die Marketinginvestitionen erhöhen und die Digitalisierung mit Nachdruck vorantreiben." Das rheinische Familienunternehmen wird dazu ab diesem Jahr rund 300 Millionen Euro zusätzlich aufwenden. So soll im Bereich Beauty Care das gesamte Haarpflegeportfolio mit bekannten Marken wie Schauma, Syoss und Gliss mit innovativen Produktdesigns und neuen Formulierungen überarbeitet werden. In der Sparte Laundry & Home Care steht die Waschmittelmarke Persil im Mittelpunkt. Henkel wird als erstes Unternehmen ein Vierkammern-Caps System und eine neue „Deep-Clean“ Formulierung einführen. Das E-Commerce-Geschäft soll mit hochkonzentrierten Formulierungen und speziell auf die Anforderungen von E-Commerce ausgerichteten Verpackungen ausgebaut werden. Von den Mehrausgaben sollen 200 Millionen Euro in Marken, Technologien, Innovationen und Kernmärkte fließen und 100 Millionen Euro in die digitale Transformation.

Für das laufende Jahr erwartet Henkel ein herausforderndes Marktumfeld mit hoher Unsicherheit und Volatilität, unterschiedlicher Marktdynamik und anhaltenden Belastungen durch Währungen und steigende Materialpreise. Angesichts der höheren Investitionen in Wachstum erwartet der Konzern ein organisches Umsatzwachstum zwischen 2 und 4 Prozent. Weltweit arbeiten über 53.000 Menschen für das börsennotierte Familienunternehmen. 61,2 Prozent der Stammaktien befinden sich im Besitz der Mitglieder des Aktienbindungsvertrages der verschiedenen Henkel-Familienzweige.

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